Bärlauch ist eines der aromatischsten Frühlingskräuter, und seine Saison ist kurz. Wer ihn länger genießen will, hat drei Wege: trocknen, einfrieren oder in Öl haltbar machen. Ich zeige dir alle drei und sage dir als Koch, welcher den Geschmack am besten bewahrt.
Aus meiner Küche
Vorher: waschen und trocken schleudern
Bärlauch vor dem Haltbarmachen gründlich mit reichlich kaltem Wasser waschen, selbst gesammelten am besten mehrfach. Danach die Blätter sorgfältig trocknen, am besten in der Salatschleuder.
Wer selbst sammelt, pflückt nur saubere Blätter und achtet auf die Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen.


Bärlauch trocknen: möglich, aber nicht ideal
Du kannst Bärlauch im Backofen trocknen, bei 40 bis 50 °C mit leicht geöffneter Tür, etwa 2 bis 3 Stunden. Danach luftdicht und dunkel lagern.
Beim Trocknen verliert Bärlauch allerdings einen Großteil seines frischen Aromas. Die ätherischen Öle verfliegen, der Geschmack wirkt flach. Wenn es dir um volle Würzkraft geht, ist Trocknen nicht die beste Wahl.
Mein Tipp zum getrockneten Bärlauch:
Auch gekaufter, getrockneter Bärlauch hat mich ehrlich gesagt enttäuscht, das Aroma ist nahezu verschwunden. Er taugt höchstens zum Würzen einer Gemüsebrühe. Ein ganzes Gericht damit zu kochen, wird dich nicht überzeugen.
Bärlauch einfrieren: praktisch, aber nicht perfekt
Einfrieren erhält mehr Aroma als Trocknen. Die gewaschenen, trockenen Blätter in Streifen schneiden und portionsweise einfrieren.
Oder den Bärlauch klein hacken, in einen Eiswürfelbehälter füllen und mit Wasser aufgießen. So hast du praktische Bärlauchwürfel für Suppen, Eintöpfe oder Pasta.
Mein Tipp als Koch zum Einfrieren:
Eingefroren verliert Bärlauch an Aroma, Farbe und Struktur. Geschmacklich ist er noch brauchbar, aber nicht meine erste Wahl.


Mein Favorit: Bärlauch in Öl oder als Pesto
Wenn du den vollen Bärlauchgeschmack erhalten willst, nimm die Öl-Variante. Gewaschenen oder kurz blanchierten Bärlauch mit einem guten Pflanzenöl, zum Beispiel Olivenöl oder Rapsöl, fein pürieren und in Gläser füllen. Im Kühlschrank hält sich das Öl mehrere Wochen, du kannst es auch einfrieren.
Ich verwende mein Bärlauchöl bis zu sechs Wochen nach der Saison und freue mich danach schon auf das nächste Jahr.
Genauso gut bewahrt ein Bärlauchpesto das Aroma. Wichtig ist sauberes Arbeiten: zum Entnehmen immer einen frischen Löffel nehmen, die Glasränder säubern und vor dem Verschließen mit etwas frischem Öl auffüllen.
Öl und Pesto passen zu Pasta, Kartoffeln, Gegrilltem oder einfach aufs Brot.







